Von alten Ampeln und homosexuellen Ampelwesen

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Wenn dir das Frühstück…

… bald aus dem Gesicht fällt. Dann liegt das vielleicht an einer Pressemeldung, die man sich in den kühnsten Träumen nicht zu träumen gewagt hätte. So geht es mir mit den Ampeln. Besser gesagt, mit den Ampelmännchen. Ach nee. Das darf man ja nicht mehr so sagen. Wie nennt man jetzt die Gebilde auf Ampeln richtig? Politisch korrekt? Ampelwesen?

Ampeln werden zum Zankapfel. Genauer gesagt zu diskriminierenden… ja, was denn eigentlich? Gegenständen? Symbolen? Streitobjekten? Egal. Jedenfalls: Ampeln, präziser ausgedrückt, Ampelmännchen diskriminieren. Wen auch immer. Lesbische Frauen. Schwule Männer. Menschen mit dunkler Hautfarbe? Menschen mit weißer Hautfarbe? Hunde? An der Leine geführte Katzen? Ich weiß es nicht. Sie diskriminieren einfach.

Von Ampeln und Ampelirrsinn
Von Ampeln und Ampelirrsinn

Im Jahr 2015 diskutiert man über diskriminierende Ampeln

Ich bin weiß Gott behütet aufgewachsen. Von sexuellen Ausuferungen, Lesben, Schwulen usw. bin ich weit entfernt aufgewachsen. Kaum war ich 18 Jahre alt, war ich flügge. Immer anständig. Nie ein Lotterleben geführt. Doch dreimal dürfen Sie raten, wo ich gelandet bin? Genau. In Gegenden, wo nicht alle Menschen so grundanständig waren, wie ich selbst.

Ich lernte im zarten Alter von 18 Jahren Stevie kennen. Franzose, Friseur, schwul. Und Claudia. Deutsche, Mann, Frau. Transsexuell. Ein Mann, der es geil fand, in Frauenkleidung und geschminkt um die Häuser zu ziehen. Ja, jetzt denken Sie vielleicht, die Stephanie – die hat es faustdick hinter den Ohren. Die Stephanie, die ist bestimmt „dieses“ oder „jenes“ geworden. Ein ganz durchtriebenes Früchtchen. Nein. Das bin ich nicht. Ich bin Mutter von drei Kindern. Spießerin. Nie etwas mit Frauen gehabt. Aber nie auch etwas gegen Menschen gehabt, die aus der „Norm“ gefallen sind.

Kurz gesagt: Mir ist es völlig schnuppe, ob Menschen schwul, lesbisch, hetero-, homo- oder transsexuell sind. Ich bewerte Menschen demnach, wie sie sich mir gegenüber verhalten.

Warum Ampelmännchen für mich zum Problem werden

Das Jahr 2015 scheint eine Herausforderung für mich zu werden. Denn irgendwie erschleicht mich das Gefühl, dass mein Herkunftsland am Durchdrehen ist. Es ist gut und gerne 25 Jahre her. Ein Vierteljahrhundert. Als ich zum ersten Mal Menschen begegnete, die sexuell irgendwie „anders tickten“. Ich komme aus einem Elternhaus, das „konventionell“ veranlagt, aber nicht weltfremd war.

Schwule und Lesben wurden zwar kritisch beäugt, aber keinesfalls geächtet. Ich hatte keine Vorurteile, sondern wurde vom Elternhaus dahin geprägt, Menschen nach ihrem Wesen zu beurteilen. Nicht nach dem, was und mit wem sie es im Bett tun.

Als ich im zarten Alter von 18 Jahren erstmals auf Schwule und Lesben traf, war ich neugierig. Neugierig und vorurteilsfrei. Neugierig darauf, warum homosexuelle Menschen sich gleichgeschlechtlich hingezogen fühlten. Neugierig, warum sich Menschen zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlten. Die Natur hatte sich doch bestimmt etwas dabei gedacht, zwei biologisch und anatomisch unterschiedliche Wesen zu erschaffen. Warum gibt es Menschen, die sich gegen dieses Naturgesetz entscheiden. Oder die abweichend von diesem Naturgesetz empfinden.

Ich lernte Stevie kennen. Franzose. Frisuer. Schwul. Mir egal. Ich mochte Stevie und fand es schade, dass er nur an Männern Gefallen fand. Ich lernte Dirk kennen. Dirk stand auf Frauen, bevorzugte aber Männer. Schade. Sehr schade. Denn Dirk, Opernsänger, hätte mir gefallen. Ich lernte Claudia kennen. Claudia fand es toll, in Frauenkleidung auszugehen. Claudia war ein Mann und liebte als Frau Männer.

Stevie, Dirk und Claudia wurden wichtige Menschen in meinem Leben. Ich mochte sie, denn menschlich waren sie ganz tolle Wesen. Mehr als Ampelmännchen. Mehr als Ampelwesen. Sie waren Menschen, die ich von ganzem Herzen mochte.

Viele Jahre später. 2015. Deutschland diskutiert über Ampeln. Oder besser: Die menschlichen Symbole auf Ampeln. Waren es bisher immer Ampelmännchen, die auf den Signalgebern im Straßenverkehr abgebildet waren, sollen es nun Ampelwesen sein. Wesen, die Toleranz fördern und tolerant gegenüber sexuellen Neigungen sein sollen.

Mir fällt dazu nur ein Wort ein: BLÖDSINN.

Ampelmännchen diskriminieren nicht

Mir geht es auf den Zeiger. Dieses penetrante „wir sind ja so tolerant Gehabe“. Plötzlich, im Jahre 2015 sind „Ampelmännchen“ diskriminierend. Weil es eben nur männliche Symbole sind, die auf Ampeln zu sehen sind. Deshalb sollen die menschlichen Symbole auf Verkehrsampeln nun durch geschlechtsneutrale Symbole wie „Ampelfrauchen“ und „Homosexuelle Ampelwesen“ ersetzt werden.

Es scheint mir ein vollkommener Schwachsinn, der uns zu einer Toleranz zwingt, die alles andere als einer gesunden Gesellschaft förderlich ist. Auf Teufel komm raus muss jetzt jede/r beim Überschreiten einer Ampel daran erinnert werden, dass es

  • heterosexuelle
  • homosexuelle
  • transsexuelle
  • hellhäutige
  • dunkelhäutige
  • tierliebende
  • nichtierliebende
  • deutsche
  • nichtdeutsche
  • schlanke
  • dicke
  • gutaussehende
  • weniger gutaussehende
  • reiche
  • arme
  • intelligente
  • weniger intelligente
  • soziale
  • asoziale
  • kritische
  • gutgläubige
  • religiöse
  • nicht religiöse

Menschen gibt. Ich entschuldige mich schon einmal vorsorglich, sollte ich irgendeine Gruppe nicht erwähnt haben.

Die Verkehrsampel wird zu einer überaus wichtigen Angelegenheit erklärt, die seit Menschengedenken ohnehin schon geklärt scheint. Es gibt Menschen, die gleichgeschlechtlich leben und lieben; es gibt Menschen, die dem Naturgesetz der Fortpflanzung folgen. Letzteres würde ich – ganz persönlich – als „Normalität“ bezeichnen, weil es ein Gesetz von Mutter Natur ist, ohne das es kein Fortbestand des menschlichen Daseins gäbe.

Doch nur, weil dies (m)einer „Normalität“ entspricht, bedeutet dies doch noch lange nicht, dass ich Menschen, die sich für ein anderes Lebenskonzept, für eine der Norm abweichenden Sexualität entschieden haben, diskriminiere!

Spätestens seit meinem 18. Lebensjahr weiß ich, dass es Menschen gibt, die sich der gleichgeschlechtlichen Liebe hingezogen fühlen. Ein Problem? Nein! Für mich nicht. Und für viele andere Menschen auch nicht. Nun aber die Akzeptanz von Menschen mit einer anderen Form der Sexualität zum Indikator von Toleranz und Akzeptanz zu machen, grenzt doch wirklich an Schwachsinn.

Es gibt nur ein Gesetz – das der Natur

Kein Gesetz kann mich dazu bewegen, anders zu denken oder anders zu empfinden. Die Natur ist das Maß aller Dinge. Die Natur hat es so gemacht, dass Heterosexualität zum Fortbestand der meisten Rassen braucht. Menschen können sich nicht durch gleichgeschlechtliche Liebe fortpflanzen. Dennoch gibt es Menschen, die homosexuell leben. Das ist gut so und gefährdet keinesfalls den Fortbestand der menschlichen Art. Ich persönlich hatte nie, wirklich niemals ein Problem mit schwulen oder lesbisch lebenden Menschen. Sie sollen nach meinem Empfinden rechtlich gleichgestellt sein mit heterosexuellen Paaren und sollen meinem Empfinden nach auch Kinder adoptieren dürfen. Weil Menschen homosexuell leben, sind sie keinesfalls weniger herz- und lieblos als heterosexuelle Menschen. Es steht für mich auch außer Frage, ob gleichgeschlechtlich Liebende heiraten dürfen. Natürlich sollen sie.

Was nun aber die „Diskriminierung durch Ampelmännchen“ angeht, empfinde ich den Bogen als vollkommen überspannt. Nicht deshalb, weil ich denke, dass gleichgeschlechtliche Ampelmännchen schlecht, nicht zeitgemäß oder falsch sind. Sondern weil ich glaube, dass man damit weder Homosexuellen noch der Toleranz der Menschen einen Gefallen tut.

Zwang zu Toleranz ist kontraproduktiv

Für mich sind Toleranz und Akzeptanz wirklich hohe Güter. Die ich sogar in einem modernen und aufgeschlossenen Europa erwarte. Ob jemand hetero- oder homosexuell lebt, spielt doch nun wirklich keine Rolle. Ich bin mir absolut sicher, dass die Menge an homosexuell lebenden Menschen gewiss nicht zur Ausrottung der Spezies Mensch führen wird. Ich fühle mich keinesfalls von Homosexuellen bedroht oder gefährdet.

Ich möchte auch nicht eine Begrifflichkeit wie „ganz im Gegenteil“ verwenden. Denn für mich – als heterosexueller Mensch – ist es eben doch nicht ganz normal, gleichgeschlechtlich zu lieben, weil ich die Natur als höchstes Gesetz – und eigentlich das einzige echte Gesetz – auf dem Planeten Erde empfinde. Und diese unterscheidet zwischen „Männlein“ und „Weiblein“ – ob es den Gender-Mainstream-Anhängern recht, billig oder unrecht erscheint.

Doch dies ändert nichts an meiner ganz persönliche Toleranz und Akzeptanz. ICH toleriere und akzeptiere Menschen, die anders empfinden. Dies mache ich aus freien Stücken, ohne mich verbiegen zu müssen. Ohne mich überwinden zu müssen.Ohne, dass mich gesellschaftliche Normen, Gesetze oder Erwartungshaltungen dazu verpflichten. Nicht erst seit 2015. Sondern weit schon davor. Ich bin mir sicher, dass es vielen anderen Menschen genauso geht. Nie erlebte ich aufgeschlossenere Generationen, als in 2015.

Meine Eltern akzeptieren und tolerieren. Auch meinen Kindern habe ich vermittelt, dass es Menschen gibt, die gleichgeschlechtlich lieben und leben.

Für mich basieren Akzeptanz und Toleranz nur auf Freiwilligkeit. Obwohl Ampeln bis ins Jahr 2015 immer die gleichen Ampelmännchen an den Kreuzungen als Alarmsignal gelten, wie auch in 2014, 2010 und 2000.

Ich frage mich, woher dieses Bestreben nach „wie auch immer Ampelwesen“ rührt. Warum spielt es jetzt auf einmal eine Rolle, wer über die Ampelwege läuft. Wo es doch seit zig Jahren vorher keine Rolle spielte. Woher kommt dieses Streben nach Toleranz und Offenheit. Nach Akzeptanz und Über-Korrektheit? Warum spielt es nun auf einmal eine Rolle, wie die Leucht-Dioden zu einer visuellen Darstellung zusammenprogrammiert werden? Wieso kann nicht einfach das schwedische Ampelsignal (ein leuchtender Kreis in Farbe) nicht das Ost-Ampelmännchen einholen, sondern wird öffentlich darüber diskutiert, gleichgeschlechtliche Ampelwesen zu erschaffen?

Die Schizophrenie liegt im Detail

Es wird allen Ernstes in 2015 darüber diskutiert, Ampelmännchen zu Ampelfrauchen werden zu lassen. Mit Rock, ohne Rock. Wie auch immer. Ampelwesen sollen zu geschlechtsneutralen Symbolwesen werden. Gleichgeschlechtlich. Hauptsache, es wird keine sexuelle Richtung benachteiligt.

Wird die Spezies MENSCH nur darüber definiert, mit wem sie sich im Bett vergnügt? Ist die MENSCHHEIT schon so verkommen, dass sie sich nur noch mit dem Symbol auf einer Verkehrsampel definiert? Sollte man gar die Bezeichnung „Verkehrs“-Ampel anders verstehen???

Geht es wirklich um Neutralität und Un-Diskriminierung? Falls ja, dann müssten die Ampelwesen in

  • Menschen zu Fuß
  • Menschen mit Auto und ohne Auto
  • Menschen mit Tier und ohne Tier
  • Menschen alt und Menschen jung
  • usw.

auf den Ampeln ausgewiesen werden.

Wie glaubwürdig, menschenfreundlich sind eigentlich jene Befürworter, die für „gleichgeschlechtliche Ampelwesen“ in der Öffentlichkeit plädieren?

Schizophrenie ist das erste Wort, was mir dazu in den Sinn kommen mag. Denn immer, wenn man auf eins hinweist, wird auf vieles nicht hingewiesen.

Meiner Ansicht nach sind sie Rassisten, Menschenfeinde par excellence.  Denn sie protegieren EINE Richtung menschlichen Daseins und diskriminieren unzählige andere Lebensformen, die eben nicht auf den Ampeln dargestellt werden. Oder sollen künftig Ampeln riesigen Ausmaßes den Verkehr regeln, auf denen sämtliche denkbaren Lebensformen in Form von Leuchtdioden dargestellt werden?

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