Kindergartenbox – Entdecken, Schauen, Fühlen!

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Mich überfällt Ekel: BZgA gibt Kindergartenbox heraus

Schon im Jahr 2007 erfuhr ich erstmals von „Nase, Bauch und Po“. Ein Kinder“musical“, das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) herausgegeben wurde. Seinerzeit erfuhr ich dies nicht in Deutschland, sondern über eine österreichische Seite, die sich mit dem Thema Kinderschutz beschäftigt. Ich hielt „Nase, Bauch und Po“ zunächst für eine gute Sache. Denn das „Musical“ soll Kinder aufklären. So heißt es zumindest offiziell. Als ich dann jedoch die Texte hörte und die Bilder sah, war ich entsetzt. Damals wurde das Programm aufgrund seiner Inhalte entschärft – die BZgA ging definitiv zu weit. Auf der Bildungsmesse didacta 2015 stellt die BZgA abermals ähnliches vor: „Kindergartenbox – Entdecken, Schauen, Fühlen!

Kindergärten und Kindertagesstätten können diese „Aufklärungsbox“ bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bestellen und sind angehalten, diese Box jederzeit für die Kinder auszulegen.

Inhalt der Kindergartenbox – Entdecken, Schauen, Fühlen! sind beispielsweise zwei Puppen. Lutz und Linda. Beide Puppen sind angekleidet und können ausgezogen werden. Dann offenbaren sich den Kindern Details, die sie natürlich vom eigenen Körper kennen und vielleicht auch schon einmal bei anderen Kinder gesehen haben. Das ist in gewissem Maße natürlich und vollkommen normal.

Doch bereits die Kleinsten schon einer „Sexualerziehung im Kindergarten“ zuzuführen, entspricht nicht meinem Verständnis von wichtiger und altersgerechter Sexualaufklärung.

Dies ist auf dem Bildungsserver über die Box zu lesen:

Kindergartenbox - Entdecken, Schauen, Fühlen
Kindergartenbox – Entdecken, Schauen, Fühlen

Während der Vorstellung auf der didacta 2015 erklärte Ursula Rosen (Verein Untersexueller Menschen e. V.) unter anderem wie folgt:

„Intersexualität muß dringend in Krippen und Kindergärten transportiert werden“

(Quelle: www.derfreiejournalist.de

Durch den Artikel auf www.derfreiejournalist.de wurde ich auf „LISA & JAN – Ein Aufklärungsbuch für Kinder und ihre Eltern“ aufmerksam, das mich nicht minder erschüttert und dessen Namen sehr stark an Lutz & Linda, die beiden Hauptfiguren der Kindergartenbox – Entdecken, Schauen, Fühlen! erinnert.

Im „Aufklärungsbuch“ LISA & Jan sind Illustrationen zu sehen, die für mich als Mutter fernab von reiner Aufklärung liegen. Sie sind pornographischer Art und zeigen Kinder in Posen und Handlungen, die gewiss nicht in Bildern – auch nicht in Illustrationen – dargestellt werden müssen und dürfen.

Wir leben in einer scheinheiligen & perversen Gesellschaft

Schon lange weiß ich, dass diverse Wissenschaftler Kinder als „sexuelle Wesen“ betrachten. Mag sein, dass auch schon Kinder Gefühle haben – dann ist es eine natürliche Sache. Doch wie Erwachsene damit umgehen, befremdet und schockiert mich zutiefst.

Kind als sexuelles Wesen
Kind als sexuelles Wesen

(Quelle: http://liga-kind.de/fruehe/308_wanzeck-sielert.php)

Einerseits regt sich die Gesellschaft über einen EDATHY auf, der sich kinderpornographische Bilder zu Eigen gemacht haben soll. Andererseits stellt das Gesetz zu Recht Kinder unter besonderen Schutz und gibt vor, Kinder vor zu frühen sexuellen Erfahrungen schützen zu wollen.

Aufklärung ist wichtig und muss meiner Meinung nach erfolgen. Der allergrößte Teil der Eltern wird mir da beipflichten. Jedoch ist es mehr als nur grenzwertig, wenn Kinder schon im Babyalter als sexuelle Wesen betrachtet werden und Kindern von Grund auf ihres Lebens beigebracht wird, dass sie sexuelle Menschen sind.

Keinesfalls bin ich erzkatholisch, spießig, prüde, verklemmt oder wie auch immer man es bezeichnen mag. Für mich sind Kinder jedoch tabu und müssen nicht „sexuell erzogen“ werden. Denn genau DAS heißt für mich der Begriff „Sexualerziehung„, der meinem Empfinden nach etwas anderes bedeutet wie „Sexualaufklärung„. Doch nun zur Vorgeschichte von Kindergartenbox – Entdecken, Schauen, Fühlen!

Mit dieser Auffassung bin ich nicht alleine. Schon in 2007 gab es massiven Protest gegen Nase, Bauch und Po, wie in diesem Artikel im Spiegel zu lesen ist. Bereits vorher wurde die Broschüre „Körper, Liebe, Doktorspiele“ durch die Familienministerin Ursula von der Leyen zurückgenommen. Aber erst, nachdem sich Eltern und Politiker massiv daran störten.

Die BZgA erklärt in 2002 wie folgt:

BZgA zu Körper, Liebe, Doktorspiele
BZgA zu Körper, Liebe, Doktorspiele

https://forum.sexualaufklaerung.de/index.php?docid=703

Zeitgleich evaluiert die BZgA, dass 88 % der befragten Mütter und 83 % der befragten Väter „spontan – nach erstem Durchblättern“ die Broschüre „Liebe, Körper, Doktorspiele“ als positiv empfanden. Das Institut für Sexualpädagogik (isp) sah sich jedoch bemüßigt, aufgrund der in August 2007 aufgekommenen Diskussion und Kritik diese Stellungnahme zu veröffentlichen. Diese schließt mit folgenden Worten ab:

Stellungnahme für Sexualpädagogik August 2007
Stellungnahme für Sexualpädagogik August 2007

So erfolgreich die Umfrageergebnisse zur Broschüre Liebe, Körper, Doktorspiele für die BZgA auch sein mögen. Diese Umfrageergebnisse scheinen mir weltfremd und unglaublich.

Die vom BZgA gewählte Form der sexuellen Früherziehung (nicht zu verwechseln mit Aufklärung) kommt bei Eltern nicht gut an. Und so wurde die BZgA als Herausgeberin solcher Broschüren angezeigt.

Unter dem Link ist auf Osthessen News folgendes zu lesen:

Osthessen News zu Nase, Bauch und Po
Osthessen News zu Nase, Bauch und Po

Im Jahr 2008 sprach ich mit einem studierten Sozialpädagogen über Nase, Bauch und Po. Selbst er, der beim Jugendamt arbeite und eine kleine Tochter im Kindergarten hatte, wußte nichts von diesem Programm und ließ mich wissen, dass er dies keinesfalls für gut befände. (Das neue Kindergartenbox – Entdecken, Schauen, Fühlen! ist das Nachfolgermodell und dürfte somit ähnliche Erziehungstipps zum Inhalt haben.)

Die Inhalte des Programm waren nicht nur möglicherweise als Einladung zur Pädophilie zu verstehen, sondern erfüllen ganz klar die Aufforderung dazu. Und das ausgerechnet von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Nicht anders ergeht es mir als dreifache Mutter beim Lesen von Körper, Liebe, Doktorspiele, zum Nachlesen bereitstehend hier. Daraus nachfolgender Auszug:

Auszug Körper, Liebe, Doktorspiele 1. - 3. Lebensjahr
Auszug Körper, Liebe, Doktorspiele 1. – 3. Lebensjahr
Meine Meinung dazu: Jedes Kind und jeder Mensch hat soviel Körper, dass man das Kind oder den Menschen ausreichend knuddeln und liebkosen kann, dass getrost bestimmte Körperbereiche ausgelassen werden können. Die Bekundung von elterlicher Liebe zum eigenen Kind braucht keine Berührungen im Intimbereich. Denn meinem Empfinden nach sind Liebkosungen des Intimbereichs sexuelle Handlungen, vor denen Kinder geschützt werden MÜSSEN.

Doch diese Perversität geht sogar noch weiter. Alleinerziehende Eltern sollen dem Kind Zugang zum anderen Geschlecht gewähren, um… lesen Sie selbst:

Kind Zugang zum anderen Geschlecht gewähren
Kind Zugang zum anderen Geschlecht gewähren

Selbstverständlich spricht nichts dagegen, dass alleinerziehende Väter und Mütter dem Kind Zugang zu Menschen des anderen (fehlenden) Geschlechts ermöglichen, wenn der Kontakt zu Vater oder Mutter nicht möglich ist. Dass die Kinder aber außerhalb der Familie nackte Menschen sehen sollen, wie es der Ratgeber für das 1. – 3. Lebensjahr empfiehlt, ist meiner Meinung nach absolut geisteskrank. Insbesondere auch deshalb, weil ohnehin Erwachsene schnell in den Verdacht geraten, sich an Kindern zu vergehen und eben solche Situationen dazu führen, dass unbescholtene Männer, aber auch Frauen, dem schweren Vorwurf des Kindesmissbrauch ausgesetzt werden.

Mein persönliches Fazit

Als Mutter von drei Kindern habe ich mich mehr als einmal mit der Frage auseinandergesetzt, wie ich im Bezug auf das wichtige Thema Aufklärung umgehe und natürlich habe ich mit meinem Mann mehr als einmal ausführlich gesprochen. Für uns kam eine Sexualerziehung wie in Kindergartenbox – Entdecken, Schauen, Fühlen! empfohlen zu keinem Zeitpunkt in Frage.

Bei uns wurden noch nie Türen verschlossen, wenn jemand auf die Toilette, zum Baden oder Duschen ging. So gab es natürlich auch Situationen, wo jemand zum anderen aus Versehen ins Bad „geplatzt“ ist. Als die Kinder klein waren, haben wir sie liebevoll gebadet und später waren wir im Bad dabei, wenn sie erstmals alleine badeten und duschten. Aus den Gründen, dass sie nicht ausrutschen, sich ordentlich waschen und heil aus der Wanne wieder herauskamen.

Der Intimbereich war für uns ein Bereich, der den Kindern gehörte. Er wurde im Baby- und Kleinkindalter sauber gemacht und versorgt, aber nicht auf jene Weise, wie es die BZgA in ihren Broschüren protegiert. Nacktheit war bei uns nie ein Tabu, aber auch niemals eine Erziehungsmethode.

Trotzdem wissen meine Kinder, welche körperlichen Unterschiede zwischen Mädchen/Frauen und Jungs/Männern es gibt. Schließlich sind Kinder neugierig und stellen Fragen. Fragen, die Eltern auch ohne Liebkosung des Intimbereichs kind- und altersgerecht beantworten können und ehrlich beantworten sollen. Früher oder später fragen Mädchen und Jungen auch, woher Babys kommen und sie entdecken ihren eigenen Körper – mit all seinen Funktionen. Das ist vollkommen natürlich und vollkommen in Ordnung.

Sie zu sexuellen Handlungen mit sich selbst anzuregen, ist für mich geisteskranker Schwachsinn.

Und wenn Tausend Uni-Experten mir erzählen, dass dies richtig und wichtig sei. Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir Eltern uns von der Regierung nicht weiter für dumm verkaufen und uns in unserem Elternsein weiter einschränken lassen sollten. Ein solch wichtiges Thema wie Aufklärung gehört nicht in die Hände des Staates.

Die Kindergartenbox – Entdecken, Schauen, Fühlen! wird nicht viel anders sein, als Nase, Bauch und Po sowie Körper, Liebe, Doktorspiele. Daher mein Rat an alle Eltern: Fragt in Kitas und Kindergärten nach, ob und auf welche Weise sexuelle Früherziehung praktiziert wird und informiert euch.

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